Eine Wolldecke muss viel seltener gewaschen werden, als die meisten denken. Wolle ist von Natur aus schmutzabweisend, nimmt Gerüche kaum an und erholt sich an der frischen Luft. Wer trotzdem wäscht, sollte drei Dinge vermeiden: Hitze, Reibung und plötzliche Temperaturwechsel. Sie lassen Wolle verfilzen und einlaufen.
Zuerst ein Blick auf das Pflegeetikett
Das Etikett sagt verbindlich, was die Decke verträgt. Die wichtigsten Zeichen:
- Waschbottich mit Zahl: Maschinenwäsche bis zu dieser Temperatur. Ein Strich darunter steht für den Schonwaschgang, zwei Striche für Fein- oder Wollwäsche.
- Waschbottich mit Hand: nur Handwäsche.
- Durchgestrichener Waschbottich: nicht waschen.
- Kreis mit Buchstabe: professionelle Reinigung, zum Beispiel „P“ für die chemische Reinigung.
- Durchgestrichenes Quadrat mit Kreis: nicht im Wäschetrockner trocknen.
Unsere Decken aus Merinowolle, reiner Schurwolle und dem Kaschmir-Mix tragen das Zeichen „nicht waschen“. Für sie empfehlen wir Lüften und bei Bedarf die chemische Reinigung. Die Anleitung zur Wäsche weiter unten gilt für Wolldecken, deren Etikett eine Wäsche ausdrücklich erlaubt.
Lüften statt waschen: Frische Luft reicht meistens
Hängen Sie die Decke für einige Stunden ins Freie, am besten im Schatten und an einem trockenen Tag. Direkte Sonne kann Farben ausbleichen, Regen macht die Decke schwer und nass. Die Luft trägt Gerüche fort, und die Fasern richten sich wieder auf.
Vorher schütteln Sie die Decke kräftig aus. Staub und Fusseln entfernen Sie mit einer weichen Kleiderbürste, immer in Richtung der Fasern. Für eine Decke, die vor allem auf dem Sofa liegt, ist das schon die wichtigste Pflege.
Flecken sofort und nur an der Stelle behandeln
- Flüssigkeit sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben.
- Die Stelle mit kaltem oder lauwarmem Wasser und einem Tropfen Wollwaschmittel betupfen, von außen nach innen.
- Mit klarem Wasser nachtupfen und die Decke liegend trocknen lassen.
- Hartnäckige Flecken lieber in die Reinigung geben als die Stelle zu scheuern.
Wenn das Etikett es erlaubt: Wolldecke in der Waschmaschine
- Programm: das Wollprogramm oder das Handwäsche-Programm der Maschine.
- Temperatur: kalt bis höchstens 30 °C, auch wenn das Etikett mehr erlaubt. Warmes Wasser und Temperaturwechsel lassen Wolle verfilzen.
- Waschmittel: ein Wollwaschmittel. Voll- und Colorwaschmittel enthalten oft Enzyme, die das Eiweiß der Wollfaser angreifen. Weichspüler braucht Wolle nicht.
- Schleudern: sanft und mit niedriger Drehzahl, etwa 600 bis 800 Umdrehungen. Das Wollprogramm stellt das meist selbst ein.
- Platz: Waschen Sie die Decke allein. Füllt sie die Trommel ganz aus, ist die Maschine zu klein, und die Reinigung ist die bessere Wahl.
Handwäsche in der Badewanne
- Lauwarmes Wasser einlassen, höchstens 30 °C, und das Wollwaschmittel darin auflösen.
- Die Decke eintauchen und 10 bis 15 Minuten einweichen lassen.
- Sanft durchdrücken, nicht reiben und nicht wringen.
- Mehrmals mit Wasser derselben Temperatur ausspülen.
- Das Wasser ablaufen lassen, die Decke behutsam ausdrücken und in ein großes Handtuch einrollen, das weitere Feuchtigkeit aufnimmt.
Richtig trocknen
Nasse Wolle ist schwer und dehnt sich unter ihrem eigenen Gewicht. Legen Sie die Decke deshalb flach auf einen Wäscheständer oder auf Handtücher, ziehen Sie sie vorsichtig in Form und wenden Sie sie ab und zu. Nicht auf die Heizung, nicht in die pralle Sonne und nicht in den Trockner, es sei denn, das Etikett erlaubt es ausdrücklich.
Pflege nach Material
So pflegen Sie unsere Decken, je nachdem, woraus sie gewebt sind:
Kaschmir-Mix
10 % Kaschmir, 90 % feine Merinowolle
- Regelmäßig einige Stunden im Schatten lüften.
- Mit einer weichen Bürste in Faserrichtung bürsten.
- Knötchen an viel benutzten Stellen vorsichtig mit einem Wollkamm entfernen.
- Flecken sofort abtupfen, nicht reiben.
- Nicht waschen, bei Bedarf chemisch reinigen lassen.
Merinowolle
80 % Merinowolle, 20 % Nylon
- Regelmäßig einige Stunden im Schatten lüften.
- Mit einer weichen Bürste in Faserrichtung bürsten.
- Flecken sofort abtupfen, nicht reiben.
- Nicht waschen, bei Bedarf chemisch reinigen lassen.
Reine Schurwolle
100 % Neuseeland-Wolle
- Regelmäßig einige Stunden im Schatten lüften.
- Kräftig ausschütteln und bürsten, das verträgt sie gut.
- Flecken sofort abtupfen, nicht reiben.
- Nicht waschen, bei Bedarf chemisch reinigen lassen.
Baumwoll-Mix
50 % Baumwolle, 30 % Polyester, 20 % Acryl
- Handwäsche bei 30 °C mit einem Waschmittel ohne Bleiche.
- 10 bis 15 Minuten einweichen, dann 5 bis 10 Minuten sanft mit den Händen bewegen.
- Mehrmals in Wasser derselben Temperatur ausspülen.
- Nicht auswringen oder verdrehen, sondern das Wasser ablaufen lassen.
- Zum Trocknen aufhängen, ohne direkte Sonne.
Über den Sommer richtig lagern
Lagern Sie die Decke nur sauber und ganz trocken ein, locker gefaltet in einem atmungsaktiven Baumwollbeutel statt in Plastik. Motten lieben getragene, ungelüftete Wolle in dunklen, ruhigen Ecken. Zedernholz oder Lavendelsäckchen im Schrank und ab und zu ein prüfender Blick beugen vor.
Kurz beantwortet
Wie oft sollte man eine Wolldecke waschen?
Selten. Regelmäßiges Lüften hält sie frisch. Waschen oder reinigen lassen Sie sie nur, wenn sie sichtbar verschmutzt ist oder auch nach dem Lüften nicht mehr frisch riecht.
Kann man eine Wolldecke bei 40 Grad waschen?
Nur, wenn das Etikett es ausdrücklich erlaubt. Sicherer sind kaltes Wasser oder höchstens 30 °C: Je wärmer das Wasser, desto größer das Risiko, dass die Wolle verfilzt.
Warum riecht die Decke nach dem Waschen?
Nasse Wolle riecht oft leicht nach Schaf, das verfliegt beim Trocknen. Bleibt ein muffiger Geruch, war die Decke zu lange feucht. Breiten Sie sie flach und luftig aus und wenden Sie sie, bis sie auch innen ganz trocken ist.
Worin sich Kaschmir, Merino und Schurwolle unterscheiden, lesen Sie in unserem Beitrag Merino, Kaschmir oder Schurwolle?



