Merino, Kaschmir und Schurwolle sind alle Tierhaare aus Keratin, demselben Eiweiß, aus dem auch unser Haar besteht. Den Unterschied, den Sie auf der Haut spüren, macht vor allem die Feinheit der Faser. Sie wird in Mikrometern gemessen, also in Tausendstelmillimetern. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist grob 50 bis 100 Mikrometer dick.
Das Wichtigste in Kürze
- Kaschmir ist die feinste und leichteste der drei Fasern: sehr weich, aber auch empfindlich und teuer.
- Merinowolle ist fein, weich und dabei robust, der beste Allrounder.
- Schurwolle sagt etwas über die Herkunft, nicht über die Feinheit. Sie ist oft gröber, sehr strapazierfähig und kann auf nackter Haut kratzen.
- Wie warm eine Decke ist, entscheidet vor allem, wie dick und dicht sie gewebt ist.
Warum manche Wolle kratzt
Das Kratzen kommt von den Faserenden. Sind sie dicker als etwa 30 Mikrometer, biegen sie sich nicht weg, wenn sie auf die Haut treffen, sondern piksen. Je mehr solcher dicken Fasern ein Stoff enthält, desto eher kratzt er. Feine Fasern wie Kaschmir und Merino geben dagegen nach und fühlen sich weich an.
Kaschmir: das Unterhaar der Kaschmirziege
Kaschmir stammt aus dem feinen Unterfell von Ziegen, die in den kalten Hochlagen Zentralasiens leben, vor allem in der Mongolei und in China. Im Frühjahr, wenn die Tiere ihr Winterfell verlieren, wird das Unterhaar ausgekämmt. Eine Ziege liefert davon nur wenige hundert Gramm im Jahr, und das macht Kaschmir so kostbar.
Die Fasern sind meist 14 bis 19 Mikrometer fein. Kaschmir ist dadurch außergewöhnlich weich und wärmt schon bei geringem Gewicht. Die Kehrseite: Die feinen, kurzen Fasern sind empfindlicher und bilden an stark beanspruchten Stellen leichter Knötchen.
Unsere Kaschmirdecken sind ein Mix aus 10 % Kaschmir und 90 % feiner Merinowolle. Der Kaschmir macht den Griff weicher, die Merinowolle macht die Decke robust und hält den Preis im Rahmen. Eine Decke in 140 × 200 cm wiegt rund 655 Gramm.
Merino: fein, weich und robust
Merinowolle kommt vom Merinoschaf, dessen Wolle zu den feinsten Schafwollen gehört. Der größte Teil stammt heute aus Australien, dazu aus Neuseeland und Südafrika. Feine Merinowolle liegt bei etwa 17 bis 24 Mikrometern, kratzt deshalb kaum und ist dank ihrer stark gekräuselten Faser elastisch und formstabil.
Wie jede Wolle nimmt Merino Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen, und gleicht so das Klima unter der Decke aus. Gerüche nimmt sie kaum an.
Unsere Merinodecken bestehen aus 80 % Merinowolle und 20 % Nylon. Das Nylon macht das Gewebe reißfester und hilft ihm, seine Form zu behalten. Je nach Modell wiegen sie zwischen 730 und 1450 Gramm.
Schurwolle: der robuste Klassiker
„Schurwolle“ ist eine gesetzlich geregelte Bezeichnung: So darf nur Wolle heißen, die noch nie zu einem fertigen Produkt verarbeitet war, also keine recycelte Wolle. Gemeint ist Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wurde. Über die Feinheit sagt der Begriff nichts. Schurwolle kann von vielen Schafrassen stammen und ist oft gröber als Merino.
Das hat Vorteile: Gröbere Wolle ist sehr strapazierfähig, fühlt sich griffig an und wirkt in einer dichten Decke besonders winterwarm. Auf nackter Haut kann sie allerdings kratzen. Über Pullover oder Bettwäsche gelegt, stört das kaum.
Unsere Schurwolldecken sind aus 100 % neuseeländischer Wolle gewebt und wiegen 730 bis 890 Gramm.
Und Baumwolle?
Unsere Baumwolldecken sind ein Mix aus 50 % Baumwolle, 30 % Polyester und 20 % Acryl. Sie wärmen weniger als Wolle, sind dafür aber leicht zu pflegen: Sie dürfen bei 30 °C mit der Hand gewaschen werden. Damit passen sie ins Kinderzimmer, zu Sommerabenden und zu allen, die Wolle nicht mögen.
Welche Wolle hält am wärmsten?
Gemessen am Gewicht wärmen Kaschmir und feine Merinowolle besonders gut: Ihre feinen, gekräuselten Fasern schließen viel ruhende Luft ein, und die isoliert. Im Alltag entscheidet aber vor allem, wie dick und dicht die Decke ist. Eine schwere Schurwolldecke kann deshalb wärmer sein als eine leichte Kaschmirdecke.
Ein Vorteil aller Wollen: Sie nehmen Feuchtigkeit auf, bis zu etwa einem Drittel ihres Gewichts, ohne sich klamm anzufühlen. Deshalb wärmen sie auch dann noch, wenn Sie unter der Decke ins Schwitzen kommen.
Die Fasern im Vergleich
| Kaschmir | Merino | Schurwolle | |
|---|---|---|---|
| Herkunft | Unterhaar der Kaschmirziege | Merinoschaf | Schafe vieler Rassen |
| Faserfeinheit | etwa 14–19 µm | etwa 17–24 µm | oft 25 µm und mehr |
| Auf der Haut | sehr weich | weich | griffig, kann kratzen |
| Strapazierfähigkeit | empfindlich | robust | sehr robust |
| Preis | hoch | mittel | günstig bis mittel |
Unsere Decken im Vergleich
Welche Decke passt zu Ihnen?
- Für empfindliche Haut und lange Sofaabende: der Kaschmir-Mix oder Merino.
- Für jeden Tag, für Reise und Auto: Merino, leicht, weich und robust.
- Für kalte Nächte, Hütte und Terrasse: Schurwolle, dicht und strapazierfähig.
- Für alle Jahreszeiten und das Kinderzimmer: der Baumwoll-Mix, den Sie mit der Hand waschen können.
Wie Sie Ihre Decke pflegen, damit sie lange weich bleibt, lesen Sie in unserem Beitrag Wolldecke waschen.



