Eine gute Wolldecke aus Merinowolle kostet im Fachhandel häufig zwischen etwa 60 und 250 €, reine Kaschmirdecken kosten oft mehrere hundert Euro. Wie viel Sie ausgeben, hängt also zuerst vom Material ab. Innerhalb eines Materials sagt der Preis allein aber wenig über die Qualität. Entscheidend sind die Faser, die Menge an Wolle und die Sorgfalt, mit der die Decke gewebt und verarbeitet ist.
Eine hochwertige Wolldecke erkennen Sie auch ohne Fachwissen: Das Etikett nennt die Fasern, das Gewicht zeigt, wie viel Material in der Decke steckt, und Kanten, Fransen und Webbild verraten die Verarbeitung. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Kriterien, eine Checkliste für den Kauf und eine Erklärung, wie unsere Preise zustande kommen.
Wovon der Preis einer Wolldecke abhängt
Im Preis einer Wolldecke stecken vor allem vier Dinge:
- Die Faser: Kaschmir ist selten und teuer. Merinowolle ist feiner als die meisten anderen Schafwollen und kostet mehr. Mischungen mit Baumwolle oder Kunstfasern sind günstiger.
- Die Menge: Wolle wird nach Gewicht gehandelt. Eine große, dicht gewebte Decke braucht deutlich mehr Garn als ein leichtes Plaid, und das schlägt sich im Preis nieder.
- Weben und Veredeln: Doppelseitige Gewebe, aufwendige Muster und die Nachbehandlung des Stoffs, etwa Waschen und Rauen, kosten Maschinenzeit und Erfahrung.
- Der Weg zu Ihnen: Jede Handelsstufe zwischen Weberei und Kunde rechnet ihren Anteil ein, vom Großhändler bis zum Geschäft. Dazu kommen Marke, Werbung und Ladenmiete.
Zwei Decken aus derselben Faser können deshalb sehr unterschiedlich viel kosten. Der Unterschied liegt dann oft nicht in der Wolle, sondern in Gewicht, Verarbeitung und Vertriebsweg. Umgekehrt lohnt bei sehr günstigen „Wolldecken“ ein genauer Blick aufs Etikett: Manchmal steckt darin nur ein kleiner Anteil Wolle.
Qualität erkennen: Faser, Gewicht und Dichte
Die Faserangabe auf dem Etikett
In der EU müssen Textilien ihre Fasern mit Gewichtsanteil angeben, vom größten zum kleinsten Anteil. Diese Zeile sagt mehr über eine Decke als ihr Name, denn „Wolldecke“ im Produktnamen heißt noch nicht, dass die Decke ganz aus Wolle besteht. Drei Punkte lohnen einen zweiten Blick:
- Kaschmir: Eine „Kaschmirdecke“ kann ganz aus Kaschmir bestehen oder nur einen Teil davon enthalten. Der Anteil erklärt einen großen Teil des Preises.
- Kunstfasern: Etwas Polyamid, auch Nylon genannt, macht ein Wollgewebe reißfester und formstabiler. Viel Acryl oder Polyester spricht dagegen für eine preisgünstige Mischung.
- Schurwolle: Der Begriff bedeutet, dass die Wolle vorher in keinem fertigen Produkt verarbeitet war. Wie fein und weich sie ist, sagt er nicht.
Gewicht und Gramm pro Quadratmeter
Das Gewicht zeigt, wie viel Material in einer Decke steckt. Vergleichen lässt es sich aber nur bei gleicher Größe. Rechnen Sie deshalb das Flächengewicht aus: Gewicht in Gramm geteilt durch die Fläche in Quadratmetern. Zwei Beispiele aus unserem Sortiment: Die Merinodecke in 150 × 215 cm wiegt 1.450 g, das sind rund 450 g/m². Die Merinodecke in 130 × 170 cm wiegt 890 g, das sind rund 400 g/m².
Je höher das Flächengewicht, desto dichter, schwerer und meist wärmer ist die Decke. Ein leichtes Plaid ist deshalb nicht schlechter, es ist für etwas anderes gedacht, etwa für das Sofa im Frühling oder für die Reise. Wichtig ist, dass Größe und Gewicht überhaupt angegeben sind. Fehlen sie, fragen Sie nach.
Dichte und Webbild
Halten Sie die Decke gegen das Licht. Ein gleichmäßiges Gewebe lässt überall gleich viel Licht durch, dünne Stellen und dicke Knoten fallen sofort auf. Ziehen Sie den Stoff leicht auseinander: Die Fäden sollten sich nicht verschieben, und gute Wolle federt in ihre Form zurück. Ein paar lose Fasern in den ersten Wochen sind bei Wolle normal, ganze Büschel sollten sich aber nicht lösen. Wenn Sie online kaufen, machen Sie diese Proben, sobald die Decke bei Ihnen ist.
Verarbeitung: Kanten, Fransen, Pflegeetikett und Herkunft
Kanten und Fransen
An den Kanten sehen Sie, wie sorgfältig gearbeitet wurde. Sie sollten gerade verlaufen, fest abschließen und sich nicht wellen. Fransen sollten gleich lang und gut befestigt sein und sich nicht auflösen, wenn Sie leicht daran ziehen. Lose Fäden und schiefe Säume sind kleine Mängel, aber sie zeigen, wie genau insgesamt gearbeitet wurde.
Das Pflegeetikett
Das Pflegeetikett sagt, was die Decke verträgt, und damit auch, wie viel Aufwand sie im Alltag macht. Auf Wolldecken steht oft „nicht waschen“, dargestellt als durchgestrichener Waschbottich. Das ist kein Mangel: Wolle nimmt Gerüche kaum an und wird an der frischen Luft wieder frisch, bei Flecken hilft die chemische Reinigung. Auch unsere Decken aus Merinowolle, Schurwolle und Kaschmir-Merino mit 10 % Kaschmir tragen dieses Zeichen. Wer eine Decke sucht, die Sie selbst waschen können, wählt eine Baumwollmischung.
OEKO-TEX® und Herkunft
Das OEKO-TEX®-Siegel zeigt, dass ein Textil auf Schadstoffe geprüft wurde. Unsere Decken sind OEKO-TEX®-zertifiziert. Das Herkunftsland ist ein weiterer Anhaltspunkt, und wenn es fehlt, dürfen Sie danach fragen. Faser und Decke können übrigens verschiedener Herkunft sein: Unsere Schurwolldecken sind aus neuseeländischer Wolle in unserer eigenen Weberei in der Ukraine gewebt. Auf jeder unserer Decken steht als Herkunftsland die Ukraine.
Checkliste für den Kauf einer Wolldecke
- Stehen alle Fasern mit Prozentangaben auf dem Etikett oder in der Produktbeschreibung?
- Ist der Kaschmiranteil genannt, wenn „Kaschmir“ im Namen steht?
- Sind Größe und Gewicht angegeben? Rechnen Sie das Gewicht pro Quadratmeter aus, um Decken zu vergleichen.
- Wirkt das Gewebe gegen das Licht gleichmäßig dicht, ohne dünne Stellen?
- Sind die Kanten gerade und fest, die Fransen gleich lang und gut befestigt?
- Passt die Pflege zu Ihrem Alltag: lüften und reinigen lassen oder selbst waschen?
- Gibt es ein Prüfsiegel wie OEKO-TEX® und eine Angabe zur Herkunft?
- Können Sie die Decke zu Hause in Ruhe prüfen und bei Nichtgefallen zurückgeben?
Was unsere Decken kosten und warum
Unsere Merinodecken aus 80 % Wolle (Merino) und 20 % Polyamid kosten 49,90 bis 69,90 €, je nach Größe und Muster. Damit liegen sie am unteren Rand der üblichen Spanne für Merino-Plaids oder darunter. Die Decken aus Schurwolle, 100 % neuseeländische Wolle, gibt es ab 49,90 €, die Kaschmir-Merino-Decken aus 90 % Wolle (Merino) und 10 % Kaschmir für 84,90 bis 89,90 € und die Decken aus Baumwoll-Mix für 21,90 bis 32,90 €.
Dafür gibt es zwei Gründe. Wir sind ein Familienbetrieb mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in Textilien und weben unsere Decken in unserer eigenen Weberei in der Ukraine. Und wir verkaufen sie direkt an Sie, hier im Shop und bei Amazon unter unserem Markennamen LoveYouHome. Zwischen Webstuhl und Sofa steht also kein Großhändler und kein Warenhaus, das seinen Aufschlag einrechnet. Der Versand mit DHL aus unserem Lager in Deutschland ist kostenlos und dauert nach Deutschland und Österreich bis zu 4 Werktage.
Genauso offen sagen wir, was Sie für diesen Preis nicht bekommen. Unsere Kaschmir-Merino-Decke ist keine reine Kaschmirdecke: Die 10 % Kaschmir machen sie weicher, die Merinowolle macht sie robust. Die Merinodecken enthalten 20 % Polyamid, damit das Gewebe reißfester ist und in Form bleibt. Und die Schurwolle wärmt sehr gut, ist aber gröber und kann auf nackter Haut kratzen.
Alle Materialien und Größen finden Sie unter Wolldecken und Plaids. Die Merino-Wolldecken gibt es in rund 30 Farbkombinationen. Wie sich eine Decke anfühlt, merken Sie erst zu Hause: Unbenutzte Decken können Sie 30 Tage lang zurückgeben.
Häufige Fragen
Ist eine teure Wolldecke automatisch besser?
Nein. Ein hoher Preis kann für feinere Fasern, mehr Material und sorgfältige Verarbeitung stehen, aber auch für Marke und lange Handelswege. Vergleichen Sie Faserangabe, Gewicht pro Quadratmeter und Verarbeitung, dann sehen Sie, wofür Sie bezahlen.
Wie schwer sollte eine gute Wolldecke sein?
Das hängt von Größe und Zweck ab. Für kalte Abende und das Bett ist ein hohes Flächengewicht sinnvoll, unsere Merinodecke in 150 × 215 cm liegt bei rund 450 g/m². Für das Sofa im Frühling oder unterwegs ist ein leichteres Plaid angenehmer.
Woran erkenne ich eine gute Kaschmirdecke?
Am offen genannten Kaschmiranteil, an einem weichen, gleichmäßigen Griff und an einem Preis, der zum Anteil passt. Reine Kaschmirdecken kosten oft mehrere hundert Euro, Mischungen mit Merinowolle deutlich weniger.
Ist „nicht waschen“ auf dem Etikett ein Nachteil?
Für eine Wolldecke kaum. Lüften Sie sie einige Stunden im Freien, im Schatten und nicht im Regen, und geben Sie sie bei Flecken in die chemische Reinigung. Mehr braucht eine Wolldecke meist nicht.



